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Neue Trends in der Kosmetikbranche: Wie Hersteller durch die Entwicklung formelbasierter Produkte wettbewerbsfähiger werden

von Franck Malatier

In der Kosmetikindustrie beschleunigt sich der allgegenwärtige Innovationsdrang. Angetrieben von neuen und sich verstärkenden Marktkräften müssen Kosmetikhersteller neue Produkte schneller auf den Markt bringen und gleichzeitig neue Effizienzsteigerungen in ihren Produktlebenszyklen erzielen und eine erstklassige Produktqualität sicherstellen. Um im Wettbewerb unter diesen Bedingungen zu bestehen, setzen Kosmetikhersteller auf Innovation bei ihren Enabling-Systemen – Manufacturing Operations Management (MOM)-Lösungen –, die eine digitale Transformation von der Produktkonzeption über die Konstruktion bis zu Produktion, Markteinführung und Vertrieb vorantreiben.

Kosmetikhersteller benötigen digitale Lösungen zur flexiblen, effizienten und umfassenden Produktformulierung – genau diesen Mehrwert bietet Software für die Entwicklung formelbasierter Produkte (Formulated Product Design, FPD). Als Teil eines umfassenden MOM-Portfolios ist eine FPD-Lösung eine skalierbare und flexible formelbasierte Lösung zum Management von Produktdaten, die alle FuE-Prozesse optimiert und mit der Fertigung abstimmt.

Angesichts sich schnell abzeichnender Markttrends schafft eine FPD-Softwarelösung Möglichkeiten für Kosmetikunternehmen, neue Verbraucheranforderungen erfolgreich zu erfüllen. Betrachten wir diese Trends und die entsprechenden FPD-Funktionen näher.

1. Sich ändernde Verbraucheranforderungen

Kosmetikfirmen müssen sich weiterhin dem steigenden Bewusstsein der Verbraucher für Gesundheits- und Umweltfragen ihrer Produkte stellen – und dies jetzt im Kontext neuer Marktvolatilitäten. Der zunehmende Einfluss sozialer Medien auf Kosmetikkäufe sowie die steigende Nachfrage nach Transparenz bei Inhaltsstoffen erzeugen Instabilitäten, die Markentreue zur Vergangenheit machen. Tatsächlich suchen 94 % der Verbraucher regelmäßig nach Alternativen, und 73 % zeigen sich bereit, mehr für wirklich transparente Marken zu bezahlen. Währenddessen kann eine schlechte Bewertung eines Social-Media-Influencers den Verkauf eines Kosmetikprodukts nachweislich ruinieren.

Um das Streben nach sichereren und umweltbewussteren Produkten fortzusetzen, müssen Kosmetikhersteller unermüdliche Innovationen bei Kosmetikformulierungen und die rasche Einführung neuer Produkte verfolgen – unterstützt durch genaue, zugängliche Produktinformationen für die Kunden.

2. Strengere lokale und globale Vorschriften

Im Jahr 2018 wurden 121 kosmetische Mittel vom Markt genommen, weil sie nicht den EU-Kosmetikvorschriften entsprachen. In den zwei Jahren seither haben sich Vorschriften und Aufsichtsbehörden vervielfacht, wodurch Compliance-Management zunehmend kritischer und komplexer wird. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass sich das regulatorische Umfeld, in dem Kosmetikhersteller tätig sind, immer mehr dem der strengen Medizin- und Pharmabranche annähert.

Wie können Hersteller die von den Aufsichtsbehörden geforderte Konformität und Rückverfolgbarkeit effizienter gestalten? Durch die Nutzung des „integrierten digitalen roten Fadens“. Eine Lösung für die formelbasierte Produktentwicklung (Formulated Product Design, FPD) unterstützt alle wichtigen Aspekte des Managements formulierter Produktdaten wie die Entwicklung von Formeln und Rezepturen, das Management von Versuchen und Experimenten sowie die Qualitätssicherung von Produkten. Durch die Nutzung der verfügbaren Informationen in der integrierten Lösung ermöglicht die FPD auch Simulationen, sodass Formulierer die optimale Rezeptur finden können, die Verbraucherwünsche erfüllt und Vorschriften einhält. Die FPD-Lösung garantiert dann in Echtzeit die korrekte Beschriftung aller notwendigen Komponentendeklarationen.

3. Personalisierung und kundenspezifische Anpassung

Heute möchten 40 % der Millennials Produkte mitgestalten und gemeinsam mit Markeninhabern entwickeln. Mit der zunehmenden Individualisierung der Produkte ändert sich auch die Art und Weise, wie das Produkt konstruiert und hergestellt wird. Die Produktion wandelt sich von der Massenfertigung – mit Millionen oder Milliarden Einheiten – zur Kleinserienfertigung – selbst für einzelne Stücke.

Die individualisierte Massenfertigung erfordert eine beispiellose Markteinführungszeit für einen nahezu exponentiellen Anstieg von Produktneueinführungen. Bei jeder Produktneueinführung kann die Änderung auch nur eines Parameters einer früheren Formulierung einen Kaskadeneffekt auf viele andere Facetten der Produktionskette auslösen: Rohstoffverfügbarkeit, Qualitätsspezifikationen, Fertigungsressourcen, Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, spezifische Fertigungsrezepte für jede Produktionslinie und vieles mehr.

Um diese Nachfrage zu erfüllen, ist es unerlässlich, über die konsistenten, zugänglichen Formulierungs- und Produktdaten zu verfügen, die ein System für die formelbasierte Produktentwicklung (Formulated Product Design, FPD) bietet. FPD-Software unterstützt einen strukturierten, effizienten formulierten Produktentwicklungszyklus. Formulierer können auf bestehende Projekte zurückgreifen und von früheren Ergebnissen profitieren. FPD sichert Datenkonsistenz durch die zentrale, flexible, strukturierte, sichere und konfigurierbare Verwaltung aller formelbasierten Produktspezifikationen. Eine effektive FPD stellt sicher, dass alle formelbasierten Produktentwicklungen und -prozesse – bei einem kundenspezifischen Spektrum an Massenprodukten – durchgängig die Qualitäts- und regulatorischen Anforderungen erfüllen.

4. Steigende Qualitätsanforderungen

Während der Erfolg schneller Produktneueinführungen stark von der Datenverfügbarkeit und -konsistenz abhängt, ist nach Produktionsbeginn Produktkonsistenz das Stichwort für Hersteller der Kosmetikbranche. Qualitätsereignisse und -ausfälle sind sowohl in Bezug auf die Kosten von Korrekturmaßnahmen als auch auf die Auswirkungen auf das Markenimage schädlich. Allein im 1. Quartal 2019 wurden 28 Kosmetikprodukte in der EU und 15 in den USA zurückgerufen. Durch einen einzigen Produktrückruf kann sich der Kundenstamm eines Unternehmens unwiderruflich verkleinern.

Um eine gleichbleibend hohe Qualität zu gewährleisten, müssen die Hersteller auch die Auswirkungen gängiger Produktionsvariablen wie die Zusammensetzung der Rohstoffe (insbesondere natürliche Materialien) oder saisonale Veränderungen der Umgebungsbedingungen (z. B. Luftfeuchtigkeit) berücksichtigen.   Große multinationale Kosmetikunternehmen sehen sich mit zusätzlicher Variabilität konfrontiert, wenn die Fertigung auf verschiedene Standorte weltweit verteilt ist. Auch bei relativ simplen Produktformeln steigt die Komplexität schnell an, wenn man bedenkt, dass für jede Formel mehrere Rezepturen erforderlich sein können, um unterschiedliche Rohstoffprofile, Anlagenbetriebsprofile und sogar klimatische Umgebungsbedingungen an verschiedenen Anlagenstandorten zu berücksichtigen.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen die Produktqualitätsdaten korrekt, sicher und jederzeit verfügbar sein – sowohl für das FuE-Labor als auch für das QC-Labor, das für die Gesamtkonformität und -qualität des Produkts verantwortlich ist. Das Laborinformationsmanagementsystem (LIMS) als Komponente von FPD ermöglicht Herstellern, den Qualitätskreislauf von Eingang bis Ausgang zu schließen. Durch Schließen dieses Qualitätskreislaufs kann ein Unternehmen die Marktqualität sicherstellen und Kunden den Produktwert garantieren.

5. Kostendruck

Einer aktuellen Studie zufolge sind 74 % der Verbraucher preissensibler geworden. Während Herstellungsressourcen wie Materialien, Personal, Ausrüstung und Anlagen immer teurer werden, rechnen die Verbraucher von Kosmetika nicht mit steigenden Preisen. Das bedeutet, dass die Hersteller ihre Innovationskosten kontrollieren und senken müssen. Der flexible und integrierte Produktentwicklungsprozess, den eine FPD-Lösung bietet, trägt dazu bei, diese Anforderung zu erfüllen.

Mit einer Lösung für die formelbasierte Produktentwicklung können Forschungs- und Entwicklungsabteilungen auf strukturierte und effiziente Weise arbeiten, wenn sie von der Idee zum Produkt gelangen. Sie können auch mehrere teure Produktionsversuche vermeiden, indem sie zuerst mit einem digitalen Zwilling neue Produktentwicklungen simulieren. Simulationsfunktionen, die jetzt in FPD-Lösungen verfügbar sind, können Probleme vorhersehen, bevor operative Entscheidungen getroffen werden. Das Durchspielen diverser Szenarien in der digitalen Welt mithilfe eines digitalen Zwillings ist deutlich kostengünstiger als das Abwägen von Optionen in der tatsächlichen Produktion.

Formelbasierte Produktentwicklung (FPD) von Siemens

Die FPD-Plattform bietet eine strukturierte Lösung für die Formel- und Rezepturentwicklung sowie für das Test- und Versuchsmanagement. Mit seiner integrierten Plattform ermöglicht FPD rasante wertschöpfende Innovationen, indem ein digitaler roter Faden von der Ideenfindung über die Inbetriebnahme bis hin zur Produktion geschaffen wird. Mit Software für formelbasierte Produktentwicklung können Unternehmen der CPG- und Kosmetikindustrie ihr FuE-Potenzial ausschöpfen sowie neue Produkte effizienter entwickeln und schneller auf den Markt bringen.

Die Lösung für die formelbasierte Produktentwicklung (Formulated Product Design, FPD) von Siemens Digital Industries Software unterstützt Hersteller von Kosmetika, effektiv auf neue Markttrends zu reagieren und sich durch ein flexibles, effizientes und umfassendes Produktdatenmanagement einen Wettbewerbsvorteil zu sichern. Diese FPD-Plattform für die Verwaltung von Formeln für Produkte hat sich sowohl in mittelständischen als auch in großen internationalen Unternehmen bewährt und erfüllt die Anforderungen und Erwartungen unserer Kunden. Als Teil des Opcenter-Portfolios bietet die FPD-Lösung eine integrierte Reihe von Funktionsmodulen, vom elektronischen Notizbuch über Laborverwaltung bis hin zu Rezepturentwicklung und Spezifikationsmanagement. Diese Funktionen sind von der Idee bis zum fertigen Produkt in den digitalen roten Faden eingebunden, beschleunigen den kundenorientierten Innovationszyklus und sichern die Produktqualität. Mehr erfahren

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